Die Getreidepreise in Europa klettern nach oben.
Ausgabe Mittwoch, 15. Juli 2026
Der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran ist praktisch gescheitert, während sich auch die Lage zwischen Russland und der Ukraine weiter verschärft. Rohöl der Nordseesorte Brent steigt am Dienstagmittag auf 87.20 $/Fass und legt im Wochenvergleich um mehr als 20% zu. Die Ölpreise notieren damit auf dem höchsten Niveau seit dem Memorandum of Understanding zwischen den USA und Iran vom 17. Juni. Seit rund drei Tagen führt das US-Militär Angriffe auf iranische Ziele durch, während Iran US-Militärstützpunkte in Bahrain und Kuwait attackiert. Zudem zeigen aktuelle Daten, dass der Tankerverkehr durch die Strasse von Hormus auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten gefallen ist.
Für zusätzliche Irritation sorgt der Vorschlag von Trump, eine 20%-Gebühr zur Absicherung der Strasse von Hormus einzuführen. Ausgerechnet eine Forderung, die Iran in der Vergangenheit wiederholt vertreten hatte, wird nun von Washington aufgegriffen. Dies liefert Teheran eine unerwartete argumentative Vorlage und erhöht die Unsicherheit. Die Brent-Terminkurve bestätigt die zunehmende Anspannung am physischen Markt. Seit Anfang Juli hat sich die Frontmonatsstruktur von einem Contango von -0.55 $ in eine Backwardation von +1.96 $ gedreht. Dies entspricht einer Verschiebung um 2.51 $/Fass.
Bei den Edelmetallen hält sich Gold über der Marke von 4000 $/Feinunze und notiert aktuell bei rund 4020 $. Im Wochenvergleich verliert das Edelmetall über 3%. Silber gibt rund 6% auf 58.40 $/Unze nach. Die grossen Kursavancen bei Kaffee aus der vergangenen Woche wurden unterbrochen. Arabica in New York steht am Dienstagmorgen bei 3.31 $/Pfund. Gleichzeitig sorgt das Wetterrisiko in Brasilien mit möglichen Ernteausfällen von bis zu 20% für Kursunterstützung.
Am europäischen Weizenmarkt sorgt die eingeschränkte Schifffahrt im Asowschen Meer nach ukrainischen Angriffen auf Handelsschiffe für Unsicherheit im globalen Getreidehandel. Die Region ist von grosser Bedeutung für die Rohstoffmärkte, da 25 bis 30% der russischen Weizenexporte über diese Route abgewickelt werden. Gleichzeitig sorgen Berichte über Dieselengpässe in Russland für zusätzliche Unsicherheit, nachdem ukrainische Angriffe auf Raffinerien die Treibstoffversorgung beeinträchtigten. Zusammen mit der aktuellen Wetterlage in Europa, insbesondere den heissen und trockenen Bedingungen in Frankreich, sorgt dies für zusätzliche Kursunterstützung. Mahlweizen in Paris steigt auf 215.50 €/Tonne und erreicht bei 216.75 € den höchsten Stand seit dem 20. Mai. Der September-Kontrakt legt im Wochenvergleich rund 5% zu.
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