Geopolitik sorgt erneut für Unruhe an den Rohwarenmärkten.
Ausgabe Mittwoch, 11. Februar 2026
Die Märkte bleiben von geopolitischen Spannungen geprägt. Zusätzlich sorgen innenpolitische Entwicklungen in den USA für
Unsicherheit. Rekordstände an den US-Aktienmärkten, ein weiter nachgebender Dollar und die Diskussion um die Unabhängigkeit des Fed belasten die Stimmung.
Wichtige US-Arbeitsmarktdaten werden mit Verzögerung am Mittwoch erwartet. Die extreme Kältewelle in den USA lässt nach, die Lage normalisiert sich. Die Ölpreise zeigten sich zuletzt sehr volatil. Anhaltende Eskalationsrisiken im Iran trieben die Preise Ende Januar auf nahezu 72 $ je Fass. Die Gespräche im Oman brachten bislang wenig Fortschritt, diplomatische Kanäle bleiben offen. Die Risikoaufschläge könnten sich schrittweise wieder abbauen, sollte länger nichts passieren. Im Wochenvergleich legten die Ölpreise rund 4% zu. Brent startete bei 69.04 $ je Fass in die Woche. Seit Jahresbeginn stieg der Ölpreis – zunächst durch den Machtwechsel in Venezuela, später durch die zunehmenden Spannungen mit Iran – von rund 60 auf über 70 $ je Fass. Das Risiko einer Schliessung der Meeresstrasse von Hormus hält die geopolitische Risikoprämie am Leben. Am Dienstagvormittag tendierten die Ölpreise nahezu unverändert, der europäische Gasoil-Kontrakt notierte bei 688 $ je Tonne. Die EU plant, ihre Sanktionen gegen Russland erstmals auch auf Drittstaaten auszuweiten, die russisches Öl umschlagen. Die Edelmetalle stabilisierten sich nach dem starken Rückgang der Vorwoche. Gold notierte am Montagabend bei 5079.40 $ je Feinunze (+9%), Silber bei 82.23 $ (+7%).
Bei den Genussmitteln fiel der Arabica-Kontrakt am Freitag auf ein neues Sechsmonatstief von 2.918 $ je Pfund, rund 22% unter dem Niveau von Ende Januar resp. 14% tiefer seit Jahresbeginn. Zu Wochenbeginn kam es zu einer leichten Erholung. Gute Wetterbedingungen in den wichtigsten Anbaugebieten Brasiliens und die Aussicht auf eine rekordnahe Ernte belasten den Markt. Grösster Verlierer seit Jahresbeginn bleibt Kakao mit einem Minus von rund 30%. Hohe unverkaufte Bestände in den Exporthäfen Ghanas drücken auf die Preise. Kakao handelte am Dienstagmittag bei 4130 $ je Tonne auf Zweijahrestief.
An den Ölsaaten- und Getreidemärkten sorgte zuletzt eine Preisrally bei Soja für Impulse. Der US-Sojakontrakt stieg kurzzeitig auf ein Zweimonatshoch von 11.375 $ je Bushel, nachdem Bereitschaft über mögliche chinesische Käufe von bis zu 8 Mio. Tonnen im Raum standen. Die Ankündigung eines Rüstungsabkommens zwischen den USA und Taiwan gefährdet dies wieder. Nach Redaktionsschluss veröffentlicht das US-Landwirtschaftsministerium seinen Agrarbericht.
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