Politik treibt die Rohstoffpreise. Edelmetalle erholen sich.
Ausgabe Mittwoch, 04. Februar 2026
Die Finanzmärkte stehen derzeit stark unter dem Einfluss politischer Schlagzeilen aus den USA. Im Fokus stehen Trumps verschärfteDrohkulisse gegenüber dem Iran, Kommentare zur gewünschten Dollarschwäche, Proteste gegen seine Migrationspolitik sowie die Nominierung von Kevin Warsh als neuem Fed-Chair. Die Marktteilnehmer reagieren nervös. Ein schwerer Wintersturm belastet zudemweite Teile der USA – betroffen sind v. a. Energie- und Agrarmärkte -, wodurch Transportwege beeinträchtigt und Versorgungsengpässeverstärkt werden.
Die Nordseesorte Brent stieg vergangene Woche infolge der US-Rhetorik bis auf 70.58 $ je Fass, den höchsten Stand seit Mitte Juni $2025. Kurzfristig wird eine erhöhte Risikoprämie für den Seeweg durch die Strasse von Hormus eingepreist, durch die rund ein Fünftel des globalen Ölhandels und ein Viertel des Flüssiggashandels läuft. Zu Wochenbeginn wird diese Prämie etwas abgebaut. Brent notiert am Dienstagmorgen bei 65.44 $. Europäisches Diesel/Heizöl stieg zwischenzeitlich auf 743 $ pro Tonne, korrigierte dann um fast 10% auf 674.50 $.
Edelmetalle gerieten stark unter Druck. Nach kräftigen Kursgewinnen bei Silber, Platin und Palladium hob die CME Group die Margen für Futures an, was massiven Verkaufsdruck auslöste. Silber fiel vom Wochenhoch bei 121.78 $ auf 71.20 $ je Feinunze, erholt sich am Dienstagmorgen auf 86.70 $. Auch der Gold-April-Future verlor rund 33%, legte aber am Dienstagvormittag um über 6% auf 4920 $ je Feinunze zu – der grösste Tagesgewinn seit November 2008.
Arabica-Kaffee in New York fiel um über 6% auf 330.90 US-Cent pro Pfund, der März-Future notiert derzeit um 332.75. Robusta in London verlor rund 4% auf 3978 $ pro Tonne. Der grösste Verlierer seit Jahresbeginn bleibt Kakao in New York und London, mit Rückgängen von rund 30% resp. 31%. Inzwischen wieder etwas erholt auf 4317 $ pro Tonne in New York, resp. 3138 in London.
Im Getreidemarkt beruhigt sich die Lage in Argentinien, während die frostigen Bedingungen in Europa und Nordamerika weiterhin unterstützend wirken. Soft-Red-Winterweizen notiert im März-Future bei 5.29 $ pro Scheffel, Mahlweizen in Paris bei 193.25 € pro Tonne. Bei Sojabohnen scheint der Aufwärtstrend vorerst gestoppt: Mit 10.67 $ pro Scheffel liegt die Ölsaat wieder auf dem Niveau von Mitte Januar. Chinesische Käufer konzentrieren sich auf den brasilianischen Markt, wo aktuell geerntet wird und Rekorderträge Preisvorteile bringen. Insgesamt bleibt die Stimmung volatil, kurzfristige Bewegungen werden stark von geopolitischen und wetterbedingten Nachrichten getrieben.
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