Geopolitische Spannungen befeuern die sicheren Häfen.

Ausgabe Mittwoch, 21. Januar 2026

Die Edelmetallmärkte kennen derzeit nur eine Richtung und spiegeln die zunehmenden geopolitischen Spannungen. Die Lage im Iran bleibt brandgefährlich, während die Ankündigung neuer US-Zölle auf europäische Waren die Sorgen um einen erneuten Handelskonflikt verstärkt. Am Samstag kündigte Trump an, ab dem 1. Februar zusätzliche Zölle von 10% auf Waren aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Finnland und Grossbritannien zu erheben. Diese sollen am 1. Juni auf 25% steigen, falls keine Einigung über Grönland erzielt wird.

Am Montag, als die US-Börsen wegen eines Feiertags geschlossen waren, verlor der Dollar deutlich an Wert. Gold- und Silber-Futures legten kräftig zu und markierten neue Rekorde. Gold überschritt im Feiertagshandel erstmals die Marke von 4700 $ je Feinunze und notierte am Dienstagmittag bei 4732.50 $ (+9,5 % seit Jahresende). Silber stieg auf 95.21 $ und nähert sich der 100-$-Marke – seit Jahresende hat es rund 35% zugelegt.

Die Märkte warten zudem auf eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA zu mehreren Verfahren rund um Trumps Amtsführung. Eine Entscheidung über die Rechtmässigkeit der Entlassung von Fed-Gouverneuren könnte die Finanzmärkte kurzfristig zusätzlich belasten.

Die Ölpreise zeigten sich am Dienstag stabil. Bessere Wirtschaftsdaten aus China stützten die Notierungen, während Händler die Lage im Iran aufmerksam verfolgen. Ein möglicher militärischer Konflikt und eine Blockade der Strasse von Hormus bleiben zentrale Risiken. Brent-Öl erreichte vergangene Woche kurzzeitig ein Dreieinhalbmonatshoch von knapp 67 $ je Fass, fiel nach Berichten über das Aussetzen von US-Luftschlägen wieder auf rund 64 $ zurück. Am Dienstagnachmittag kostete das Fass 64.46 $.

Die Getreide- und Ölsaatenmärkte bleiben nach dem jüngsten USDA-Bericht mit überraschend hohen Ernten und Lagerbeständen weiterhin unter Druck. Abgesehen von einer kurzen technischen Erholung tun sich die Futures-Notierungen schwer, Tritt zu fassen. Zwar kaufte China rund 12 Mio. Tonnen US-Sojabohnen und erfüllte damit eine Zusage, doch das US-Exportfenster schliesst sich nun, und die starken Ernteerwartungen in Brasilien – laut Safras & Mercado ein Rekord von 183,79 Mio. Tonnen (+5 % zum Vorjahr) – belasten die Preise. Wetterbedingte Probleme in Argentinien werden durch Rekordernten im Nachbarland mehr als ausgeglichen. Soja gab am Dienstag nach drei festen Handelstagen auf 10.56 $ je Bushel nach. Mais und Weizen notierten auch schwächer. Der schwächere Dollar könnte kurzfristig Unterstützung bieten.