Spannungen mit dem Iran treiben auch die Ölpreise an.

Die anhaltende Unsicherheit über US-Importzölle sowie die Gefahr eines US-Militärschlags gegen den Iran trieben die Edelmetallpreise zum Wochenstart deutlich an. Gold erreichte am Montag ein Dreiwochenhoch von 5257.30 $ je Feinunze. Auch Silber zog kräftig an und näherte sich zeitweise der Marke von 90 $. Am Dienstagmorgen gaben beide Edelmetalle aufgrund eines festeren Dollars leicht nach. Die Märkte warten auf Klarheit zur US-Handelspolitik.

Die Ölpreise stiegen im Wochenvergleich auf den höchsten Stand seit Ende Juli, getrieben von den Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Am Donnerstag sollen in Genf dritte Atomgespräche stattfinden. Brent notierte am Montag bis zu 72 $ je Fass, US- WTI bei 67.28 $. Bleibt ein Durchbruch aus, droht ein militärischer Angriff der USA. Ein zweiter Flugzeugträgerverband liegt bereits vor Kreta. Am Dienstagmittag tendierten die Preise leicht schwächer, doch das Risiko einer Störung an der Strasse von Hormus bleibt erheblich. Ein Militärschlag scheint in den Augen vieler Marktteilnehmer noch wahrscheinlicher nach dem Trumpschen Schlamassel um die US-Zölle. Trump braucht dringend einen neuen Erfolg.

Im Genussmittelsektor verzeichnete Kakao einen Wochenverlust von rund 15%. Marktgerüchte deuten darauf hin, dass die Elfenbeinküste ihre staatlich regulierten Produzentenpreise um 35% senken könnte, um den Export anzukurbeln. Die Notierung an der ICE fiel am Freitag auf ein Zweieinhalbjahrestief von 3058 $ je Tonne und blieb auch zu Wochenbeginn nahe den Mehrjahrestiefs. Die jüngsten Regenfälle in Brasilien verbesserten hingegen die Ernteaussichten für Kaffee deutlich. Arabica (ICE NY) verlor seit Ende Januar über 20% und fiel zum Wochenstart auf ein Sechsmonatstief von 2.7805 $ je Pfund.Weizen legte beidseits des Atlantiks kräftig zu. Grosse Finanzspekulanten decken zunehmend Short-Positionen ein, nachdem sie fast vier Jahre lang hohe Verkaufsbestände hielten. Trockenheit in den US Plains und erhöhte Feuergefahr unterstützten die Preise zusätzlich. Charttechnisch kam es am Freitag zu einem Ausbruch nach oben. US-Weichweizen erreichte am Montag 5.835 $ je Bushel – ein Sechseinhalbmonatshoch. Auch europäischer Mahlweizen zog ab der Wochenmitte an und markierte am Freitag mit 197 € je Tonne ein Dreimonatshoch, trotz starkem Euro. Bis Dienstag gaben die Kurse wieder leicht nach, begünstigt durch trockeneres Wetter in Frankreich.

Der Entscheid des US-Gerichts belastete die Sojanotierungen sofort. China dürfte sich bei weiteren Goodwill-Käufen zurückhaltender zeigen. US-Soja notierte am Dienstag tiefer bei 11.50 $ je Bushel.