Bei Edelmetallen war die Kriegsgefahr teilweise eingepreist.
Ausgabe Mittwoch, 04. März 2026
Die Lage im Nahen Osten verschärft sich weiter. US-Präsident Trump schliesst Bodentruppen nicht aus – ein Regimewechsel in Teheran wäre ohne sie praktisch unmöglich. Der Iran reagiert auf Angriffe mit Vergeltungsschlägen gegen US-Stützpunkte in anderen Staaten und sperrt die Strasse von Hormus. Die Entwicklung zwingt Versicherer, die Kriegshaftungsdeckung für Transportschiffe in der Region auszusetzen. Angriffe auf saudische Energieanlagen sowie die vorübergehende Aussetzung der LNG-Produktion in Katar belasten das globale Angebot.
Brent klettert seit Wochenbeginn um rund 13 % auf 82 $ pro Fass. Grundsätzlich dämpft die Opec+ die Angebotsknappheit mit einer Fördererhöhung im April um 208 000 Fass pro Tag, doch angesichts der Risiken bleibt der Effekt begrenzt. Die Risikoprämie am Ölmarkt bleibt hoch.
Bei den Edelmetallen scheint die Kriegsgefahr bereits vor dem Wochenende weitgehend eingepreist worden zu sein. Bei Silber setzten zu Wochenbeginn insbesondere in der zweiten Tageshälfte nach Ausbruch der Kämpfe verstärkt Gewinnmitnahmen ein. Am Montagmorgen wurde zunächst ein Wochenhoch von 97.30 $ je Unze erreicht, bevor noch am selben Tag das Wochentief bei 86.72 $ markiert wurde – eine Bandbreite von mehr als 10%. Am frühen Dienstagmorgen notiert Silber weiter tiefer bei 83.92 $ je Unze. Gold zeigt eine ähnliche Dynamik: Nach anfänglichen Kursgewinnen zu Wochenbeginn setzten ebenfalls Gewinnmitnahmen ein. Der April-Future steht im Dienstagshandel bei 5285 $ je Feinunze.
Gemessen an den Kursausschlägen bei Öl und Edelmetallen fallen die Bewegungen an den Getreidemärkten vergleichsweise moderat aus. Zwar dominieren auch hier positive Vorzeichen, die Auswirkungen des Nahost-Konflikts wirken jedoch eher geschäftshemmend. Beim Sojakomplex folgt Sojaöl wegen seiner Verwendung als Biotreibstoff dem Ölpreis und legt im Wochenvergleich um knapp 5% zu. Mit Kursen von mehr als 63 US-Cent pro Pfund erreicht es das höchste Niveau seit Mitte 2023. Sojamehl – als zweites Verarbeitungsprodukt von Sojabohnen – bleibt nahezu unverändert. In Brasilien läuft die Sojaernte auf Hochtouren und zeigt gegenüber der US-Herkunft deutliche Preisvorteile. Im Vorfeld von Trumps Chinabesuch im April hofft man in den USA auf einzelne «Goodwill-Geschäfte», deren Realisierung im aktuellen geopolitischen Umfeld jedoch fraglich ist. Beim Exportgeschäft von Mahlweizen dominiert weiterhin die Schwarzmeerregion. Das Wochenplus von gut 1,5% für europäischen Mahlweizen an der Terminbörse Matif ist vor allem auf den schwächeren Euro zurückzuführen.
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