Der Nahostkrieg prägt die Kursentwicklung vieler Rohstoffe.

Ausgabe Mittwoch, 18. März 2026

Der gesamte Rohstoffsektor bleibt im Bann des Nahostkriegs. Obwohl USA und Israel die intensiven Angriffe auf Ziele im Iran fortsetzen, mehren sich die Anzeichen, dass sich die Trump-Regierung mit ihrer Kriegsführung in eine Sackgasse bewegt. Iran zeigt keine Spuren einer Kapitulation und mit den Angriffen auf US-Infrastruktur und Ölanlagen in Nachbarstaaten verfolgt es eine unerwartete Kriegsstrategie. Mit der faktischen Blockade der Strasse von Hormus besitzt Iran ein Machtinstrument, um die weltweite Ölversorgung um gegen 20 Mio. Fass pro Tag einzuschränken.

Die Ölmärkte reagieren mit massiver Preisvolatilität. Futures auf Rohöl der Nordseesorte Brent weisen eine Schwankung vom Wochentief zum Wochenhöchst von mehr als 25 $ pro Fass auf. Europäische Mitteldestillate (Diesel/Heizöl) legen am Londoner Terminmarkt im Wochenvergleich um mehr als 7% zu und notieren im frühen Dienstagshandel mit Kursen von gegen 1200 $ pro Tonne. Auch wenn heute bei den Ölprodukten noch keine Versorgungsengpässe auszumachen sind, scheint das Preisniveau in Anbetracht der ungewissen Länge des Konflikts und der Infrastrukturschäden gerechtfertigt. Die Risikoprämien werden sich deutlich erhöhen, sollte die Transportachse durch die Strasse von Hormus länger unterbrochen bleiben.

Bei den Edelmetallen haben zuletzt Gewinnmitnahmen und Liquidationen für Preisdruck gesorgt. Zwar kostet Gold noch immer um 5000 $ pro Feinunze, liegt aber weit unter dem Wochenhöchst bei knapp 5250 $. Silber-Futures verlieren im Wochenverlauf knapp 5% und notieren für den Maitermin wieder um 80 $ pro Feinunze – weit entfernt vom Höchst von Ende Januar bei 122 $.

An den Getreidemärkten haben markante Preisrückschläge eingesetzt. Der Zufluss spekulativer Gelder durch Finanzinvestoren war massgeblich für das Preismomentum verantwortlich. Agrargüter sind zuletzt den Ölpreisen gefolgt und weisen seit Jahresbeginn grosse Avancen auf.

Zum Wochenstart verzeichneten Sojabohnen und Sojaöl einen herben Kursverlust und beendeten den Montag im Limit-down. Auslöser war die Ankündigung Trumps, seine geplante Chinareise um einen Monat zu verschieben. Marktteilnehmer hatten sich vom Besuch neue Versprechen für US-Soja-Exportgeschäfte erhofft. Bei Sojabohnen- und Sojaöl-Futures beträgt der Wochenverlust gut 3%. Im Unterschied zu Soja konnten sich US-Mais-Futures halten. Mais gilt als düngerintensiv, und dieser wird meist aus Erdgas gewonnen. Die steigenden Energiepreise verteuern somit den Maisanbau erheblich und könnten im Frühjahr die Anbaufläche beeinträchtigen.