Der Kursrekord von Gold ist in Reichweite. Öl nur leicht höher.

Ausgabe Mittwoch, 07. Januar 2026
Einige Rohstoffmärkte sind fulminant ins neue Jahr gestartet. Am vergangenen Wochenende griffen US-Streitkräfte mehrere Ziele in Venezuela an und nahmen dabei Präsident Maduro sowie seine Frau fest. Wie sich die Lage in dem Land mit den weltweit grössten Ölreserven (rund 300 Mrd. Fass) weiterentwickelt, bleibt ungewiss. Die staatliche Ölförderung liegt seit Jahren am Boden, eine spürbare Erholung dürfte lange auf sich warten lassen. US-Präsident Trump drohte auch Kolumbien und Mexiko. Zudem führte ein erneuter Anspruch auf Grönland zu Spannungen mit Dänemark und der EU. In diesem Umfeld profitieren Edelmetalle als «sicherer Hafen» weiterhin deutlich. Die Preisvolatilität bleibt aber enorm hoch.

Die Feinunze Gold erreichte am frühen Dienstag ein Einwochenhoch von 4486 $ und holte damit bereits mehr als die Hälfte der Jahresendabwärtskorrektur auf. Der Rekordstand von 4581.30 $ vom 29. Dezember rückt damit wieder in Reichweite. Auch Silber legte einen Raketenstart hin. Zum Jahresende war der Preis aufgrund von Gewinnmitnahmen und erhöhten Sicherheitsanforderungen der Börsen zeitweise unter die Marke von 70 $ gefallen. Am Dienstagmorgen notierte die Feinunze bereits bei knapp 77.73 $, ein Plus von rund 10%. Auch andere Metalle wie Platin, Palladium und Kupfer zeigten kräftige Avancen. Anleger rechnen derzeit mit mindestens zwei Zinssenkungen des Fed 2026. Der für Freitag erwartete US-Arbeitsmarktbericht dürfte Hinweise auf die künftige Geldpolitik liefern. Der Bruch mit Russland und China und der schwache Dollar sind Gründe für weiterhin feste Kurse der Metalle.

Die Ölmärkte tendieren seit Jahresbeginn nur leicht höher. Am Wochenende bestätigten die Opec-Mitglieder ihren Entscheid,
Produktionssteigerungen im ersten Quartal auszusetzen. Brent-Öl kostete am Dienstagmittag rund 62 $ pro Fass. Zum Wochenstart fiel der Preis zeitweise unter 60 $, trotz oder gerade wegen des US-Angriffs in Venezuela. Trotz zahlreicher geopolitischer Risiken zeigt die Preistendenz weiter nach unten. Das globale Angebot lässt derzeit keinen «Bull Case» zu. Marktteilnehmer beobachten zudem die Unruhen im Iran.

Die Getreide- und Ölsaatenmärkte in Chicago starteten etwas fester ins neue Jahr. Im Vorfeld des für kommenden Montag erwarteten USDA-Agrarberichts deckten viele Marktteilnehmer zuvor verkaufte Positionen ein, um nicht mit vollem Risiko in eine Überraschung zu geraten. Ein Rebalancing der Rohstofffonds, die ihre Gewichtungen zugunsten von Getreide und zulasten anderer Commodities anpassen müssen, dürfte kurzfristig ebenfalls etwas Unterstützung bieten.