Edelmetalle sind als sicherer Hafen wieder gefragt.

Ausgabe Mittwoch, 24. Dezember 2025

Die Rohstoffmärkte starten überwiegend positiv in die Woche, getragen von geopolitischen Spannungen und politischer Unsicherheit. Im Energiesektor kehrt die geopolitische Risikoprämie zurück, unterstützt durch technische Kaufsignale, die Anlegern kurzfristig Orientierung geben. Edelmetalle profitieren von Safe-Haven-Zuflüssen und strukturellen Angebotsengpässen und erreichen neue Rekordstände. Auch die Agrarmärkte sind fester, gestützt von Short-Covering und der Geopolitik, wobei das fundamentale Aufwärtspotenzial begrenzt bleibt.

Brent-Öl verzeichnet zum Wochenauftakt einen Tagesgewinn von rund 2%, den stärksten seit über zwei Monaten. Gründe sind die verschärfte US-Politik gegenüber Venezuela mit faktischer Seeblockade sanktionierter Tanker sowie Angriffe Russlands und der Ukraine auf Hafen- und Energieinfrastruktur im Schwarzmeerraum. Am Dienstagmorgen notiert der Februar-Kontrakt bei 62.14 $ je Fass nahezu unverändert, nachdem Signale aus Washington darauf hindeuten, dass die USA beschlagnahmtes venezolanisches Öl selbst vermarkten könnten und damit einen Teil des Angebotsrisikos entschärfen.

Im Edelmetallsektor setzt sich das positive Momentum fort. Gold steigt auf 4530.8 $ je Unze (Februar-Future), Silber auf 70.16 $ je Unze (März-Future) – beide auf Rekordniveau. Platin erreicht mit 2218.7 $ je Unze ein Siebzehnjahreshoch, Palladium mit 1935.5 $ je Unze ein Dreijahreshoch. Besonders Platin überzeugt mit einem Wochenplus von über 15 %.

Bei den Genussmitteln verliert London-Kakao im Wochenvergleich mehr als 6% und notiert bei 4200 je Tonne. Die Wetterbedingungen in der Elfenbeinküste lassen auf höhere Ernten und bessere Qualität schliessen. Arabica und Robusta geraten unter Druck: Liquidationen und Konsolidierungstendenzen führen zu Verlusten von fast 4%, mit Preisen von 3.50 $ je Pfund (Arabica) resp. 3843 $ je Tonne (Robusta).

Sojabohnen handeln im Januar-Future bei 10.54 $ je Scheffel etwas fester, verlieren im Wochenvergleich knapp 2%. Unsicherheit besteht hinsichtlich der Umsetzung des von China noch immer nicht bestätigten Abkommens über Käufe von 12 Mio. Tonnen US-Soja, sowie der Aussicht auf eine gute brasilianische Ernte Anfang 2026. Mahlweizen notiert in Paris bei 188€ je MT und erholt sich leicht vom Wochentief. Short Covering im Zuge der Lage in Osteuropa sowie technische Signale stützen den März-Future-Kontrakt, der stärkere Euro begrenzt die Aufwärtsbewegung. Fundamentale Faktoren belasten: Ein grosses Angebot trifft auf stabile Nachfrage, was den Aufwärtsspielraum begrenzt.