Goldpreis klettert nach oben. Öl-Futures spiegeln Knappheit.

Ausgabe Mittwoch, 12. August 2026

Der Ölmarkt präsentiert sich eingangs der Woche erneut deutlich fester. Nachdem Brent am Montag bereits rund 5% zulegen konnte, hält sich der Preis auch am Dienstag auf dem höchsten Niveau seit Ende Juli. Brent notiert am Vormittag bei 89.88 $/Fass, was einem Wochengewinn von über 7% entspricht. Auslöser der jüngsten Bewegung ist vor allem die schwindende Hoffnung auf eine rasche Einigung zwischen den USA und Iran über eine Wiedereröffnung der Strasse von Hormus. Iran fordert unter anderem ein Ende der Sanktionen, während Trump Kompensationszahlungen von Iran verlangt.

Neben dem politischen Hin und Her bleibt die physische Situation rund um das Nadelöhr entscheidend. Die Öl- und Produktströme durch die Meerenge sind deutlich reduziert. Laut Barclays lagen die Nettoexporte von Rohöl und Produkten durch Hormus in der vergangenen Woche nur noch bei rund 3 Mio. Fass pro Tag, nach 4.4 Mio. in der Vorwoche. Die Produktknappheit spiegelt sich auch im September-/Oktober-Gasoil-Spread. Dieser handelt aktuell knapp unter 60 $/t und hat sich seit Anfang August verdoppelt. Damit ist die Backwardation klar steiler geworden und spiegelt die angespannte Versorgungslage im September-Terminmarkt.

Gold hat im Wochenvergleich um mehr als 8% auf rund 4400 $/Feinunze zugelegt und erreichte zu Wochenbeginn ein Zweimonatshoch. Rückenwind erhält der Goldpreis unter anderem von Käufen chinesischer institutioneller Investoren, die Gold angesichts der Volatilität als Absicherung nutzen. Auch Chinas Zentralbank bleibt Käufer. Im Juli erhöhte sie ihre Goldreserven um rund 20 Tonnen, nachdem bereits im Juni etwa 15 Tonnen hinzugekommen waren. Damit fiel der monatliche Zukauf im Juli so hoch aus wie seit Oktober 2023 nicht mehr.

Im Getreidemarkt sind aktuell alle Augen auf den Ukrainekrieg gerichtet. Die US-Vermittlungsbemühungen sind weitgehend zum Stillstand gekommen, während Russland und die Ukraine den Konflikt intensivieren. Aufgrund der Situation im Schwarzmeerraum hat die Ukraine ihre Exportprognosen überarbeitet und rechnet mit bis zu 10 Mio. Tonnen weniger Maisexporten sowie bis zu 6 Mio. Tonnen weniger Weizenexporten. Es wird angenommen, dass auch die russischen Weizenexporte um 6 bis 10 Mio. Tonnen zurückgehen.

Die Wetterrisikoprämie in den USA hat sich dank guter Regenprognosen weitgehend verabschiedet. Chicago Weizen handelt am Dienstag bei 6.43 $/Scheffel, ein Wochenverlust von 1%. Mahlweizen in Paris verliert im Wochenvergleich 3% und handelt im Dezemberkontrakt bei 219 €/Tonne.