Kräftige Kursgewinne des Genussmittels dank Erntesorgen.

Ausgabe Mittwoch, 05. August 2026

Die Ölmärkte bleiben fest in der Hand geopolitischer Ereignisse und verzeichnen aussergewöhnlich hohe Kursschwankungen. Der Nahostkonflikt liess den Brent-Ölpreis im Juli innert weniger Wochen von knapp 70 $/Fass auf 102 $ steigen. Die anschliessende Korrektur fiel ebenso spektakulär aus: Innerhalb von nur drei Handelstagen verlor Brent fast 20% auf 82.50 $/Fass, um Ende Juli wieder bei 90.12 $ zu notieren.

Zum Wochenauftakt geriet der Ölpreis erneut unter Druck, nachdem Donald Trump Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte geweckt hatte, ein mittlerweile bekanntes Muster. Brent fiel bis auf 81.55 $/Fass, während WTI erneut unter die Marke von 80 $ rutschte. Trotz dieser Preisentspannung bleibt die Unsicherheit hoch. Widersprüchliche Aussagen aus Washington und Teheran sowie Risiken für die Schifffahrt in der Strasse von Hormus und im Roten Meer bleiben bestehen.

Goldman Sachs erwartet den Brent-Preis kurzfristig in einer Bandbreite von 80 bis 90 $/Fass. Erst eine nachhaltige diplomatische Lösung oder eine weitere militärische Eskalation dürfte den Markt aus dieser Handelsspanne führen. Am Dienstagmittag notierte Brent-Öl bei 85.66 $/Fass.

An den Genussmittelmärkten verlief die Entwicklung uneinheitlich. Besonders Kakao rückte erneut in den Fokus der Anleger. Sorgen über die Ernteaussichten in Westafrika für die Saison 2026/27 führten zu kräftigen Kursgewinnen. Obwohl die Anlieferungen in den Häfen von Elfenbeinküste weiterhin über dem Vorjahresniveau liegen, beobachten Marktteilnehmer die Wetterentwicklung aufmerksam. Auffällig war der Kurssprung zum Wochenstart von über 10% auf 5939 $/Tonne, ohne dass neue fundamentale Nachrichten vorlagen. Vieles spricht dafür, dass vor allem die Eindeckung spekulativer Short-Positionen den Preisanstieg ausgelöst hat. Im Wochenvergleich verteuerte sich Kakao um rund 16%.

Die Getreidemärkte bleiben vom Ukrainekrieg und den Spannungen im Schwarzmeerraum geprägt. Nach einem zwischenzeitlichen Zweijahreshoch von 248.25 €/Tonne gegen Ende Juli gab der europäische Mahlweizenkontrakt an der Euronext bis Monatsende wieder auf 225.75 € nach. Viele Marktteilnehmer sehen die geopolitischen Risiken als unzureichend eingepreist. Gleichzeitig dämpfen gute Ernten in Nordafrika die Importnachfrage. Anders als zu Beginn des Ukrainekrieges bleiben Panikkäufe aus. Unterstützung erhält der Maismarkt durch die anhaltende Trockenheit in Europa sowie die Verschlechterung der US-Erntebewertungen. Historisch tiefe Pegelstände auf Rhein und Donau erschweren zudem den Binnenschiffsverkehr.