Rücknahme von Zöllen löst teilweise Kursschwankungen aus.

Ausgabe Mittwoch, 26. November 2025

Die geopolitische Lage hellt sich etwas auf, nachdem Russland, die Ukraine und die USA an einem Mehrpunkteplan arbeiten, der die Grundlage für einen möglichen Frieden im Osteuropakonflikt bilden soll. Parallel dazu kursieren Hinweise, dass China und die USA innerhalb der nächsten zwei Wochen ein neues Abkommen unterzeichnen könnten – noch reine Spekulation, aber mit deutlichem Einfluss auf die Marktstimmung. Die Rücknahme zuvor verhängter Zölle löst in einzelnen Rohstoffprodukten spürbar stärkere Kursbewegungen aus. Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch verzögerte US-Konjunkturdaten, die nach und nach veröffentlicht werden und die Märkte weiterhin anfällig für Ausschläge machen.

Die Ölmärkte stoppen den Abwärtstrend der vergangenen Woche vorläufig. Brent-Januar notiert am Dienstagmorgen bei 63 $ pro Fass. Ein erneuter Versuch, im Osteuropakonflikt Frieden zu schaffen, verstärkt die Aussicht auf eine rasche Freigabe grosser russischer Ölreserven. Gleichzeitig bestehen weiterhin Sorgen über Angebotsüberschüsse im Jahr 2026, was die Stimmung zusätzlich belastet.

Im europäischen Gasöl (Diesel/Heizöl) kommt es zu ausgeprägteren Bewegungen: Der Dezemberkontrakt steht bei 699.50 $ je Tonne und liegt damit rund 13% unter dem Wochenhoch von 805 $.

Bei den Edelmetallen hatte Silber eine volatile Woche: Mit einem Wochenhoch von 52.88 $ je Feinunze und einem Tief von 48.71 $ bewegt sich der März-Kontrakt in einer Schwankungsbreite von über 4 $ und notiert am Dienstagmorgen bei 51.47 $. Gleichzeitig liegt der Februarkontrakt für Gold bei 4165 $ je Feinunze.

US-Präsident Trump hat Ende letzter Woche die Strafzölle von 40% auf brasilianische Kaffee- und Rindfleischexporte zurückgenommen. Die Märznotierung der Kaffeesorte Arabica in New York verlor am Freitagmorgen zeitweise bis zu 7% auf 3.51 $ pro Pfund, konnte die Verluste jedoch im weiteren Verlauf wieder ausgleichen und notiert aktuell bei 3.78 $. Auch beim London-Robusta Januar-Future gab es deutliche Schwankungen von bis zu 8%, wobei die Notierung inzwischen wieder überwiegend zulegte und bei 4503 $ je Tonne steht. Der Januar-Future für Orangensaft verlor im Wochenvergleich über 12% und notiert derzeit bei 1.36 $ pro Pfund.

Die Friedensbestrebungen im Osteuropakonflikt spiegeln sich auch im Getreidemarkt. Nach vier Handelstagen mit Verlusten hat Chicago Soft-Red-Winterweizen heute wieder etwas zugelegt und notiert im März-Future aktuell bei 5.35 $ pro Scheffel. Mahlweizen in Paris liegt am Dienstagmorgen im März-Future bei 190 €/50MT.