Risiko einer Rezession steigt. Gold bietet keinen Krisenschutz.
Ausgabe Mittwoch, 1. April 2026
Seit Beginn des Nahostkriegs vor gut einem Monat sind die Ölpreise massiv gestiegen. Die faktische Blockade der Strasse von Hormus liess den Preis der Nordseesorte Brent um fast 60% und den der US-Sorte WTI um rund 55% steigen. Zum Wochenauftakt schloss WTI erstmals seit Juli 2020 wieder über 100 $ je Fass, Brent notierte bei 112.8 $.
Seit dem Kriegseintritt der Huthi-Rebellen droht nun auch das Rote Meer, über das etwa 15% des weltweiten Schiffsverkehrs laufen, beeinträchtigt zu werden. Kurzfristige Preisrückgänge verpufften somit schnell. Trumps widersprüchliche Signale und die Drohung möglicher Angriffe auf Irans Energieinfrastruktur erhöhen die Unsicherheit weiter. Das bis zum 6. April verlängerte Ultimatum für einen Friedensdeal zeigt bislang keine Wirkung. Der durchschnittliche US-Benzinpreis liegt über 4 $ pro Gallone, bleibt aber unter dem Rekord von 2022 bei etwa 5 $. Ein weiterer iranischer Drohnenangriff am Dienstag auf einen Öltanker vor Dubai verdeutlicht die anhaltende Eskalation. Der Brent-Preis stieg am Dienstagvormittag erneut um mehr als 3,5% auf 116.70 $ je Fass, der WTI-Preis auf rund 105 $. Je länger der Konflikt anhält, desto stärker drohen wirtschaftliche Folgen. Die Angst vor Angebotsausfällen treibt die Preise, doch über die Zeit könnte dies in einen Nachfrageeinbruch umschlagen. Hohe Rohstoffkosten belasten Produzenten und erhöhen das Risiko einer globalen Rezession – mit schlimmen Folgen für die Finanzmärkte.
Derweil verzeichnet Gold im März den stärksten Rückgang seit siebzehn Jahren. Nachdem das Edelmetall in den Vormonaten massiv zugelegt hatte – Ende Januar notierte es bei 5595 $ je Feinunze, erfüllt es derzeit nicht die Erwartungen an einen klassischen Krisenschutz. Inflationssorgen und hohe Energiepreise haben Anleger vermehrt in den Dollar als sicheren Hafen getrieben. Im März verlor Gold rund 13% an Wert, während der Dollar den stärksten Monat seit Juni verzeichnete. Mittelfristig dürfte Gold seine Rolle in der Krise jedoch wiederfinden. Am Dienstagmittag notiert Gold zu 4610 $ je Feinunze.
Im Agrarsektor richtete sich der Fokus auf den zum Monatsende veröffentlichten Anbauflächen- und Quartalslagerbestandsbericht des US-Landwirtschaftsministeriums. Als einer der wichtigsten Berichte des Jahres gilt er als richtungsweisend für die kommenden Monate und kann erhebliche Marktbewegungen auslösen. Zudem wurde am Freitag die seit Wochen erwartete US-Biokraftstoffpolitik publiziert. Die rekordhohen Mandate der US-Umweltbehörde EPA von 5,4 Mrd. Gallonen wirkten zwar bullish, lagen jedoch im Rahmen der Erwartungen. Mit hohen Energie- und Düngemittelpreisen drohen künftige Ernten niedriger auszufallen.
Leave A Comment