Edelmetalle setzen ihre beeindruckende Rally fort.

Ausgabe Mittwoch, 03. Dezember 2025

Der Ölpreis zeigte sich in der vergangenen Berichtswoche wieder etwas fester, nachdem Brent-Öl zu Wochenbeginn zunächst ein
Einmonatstief von rund 61 $ pro Fass markiert hatte. In den Tagen zuvor stand der Markt stark unter dem Eindruck, dass die USRegierung im Ukrainekrieg ein Friedensabkommen aushandeln könnte. Händler spekulierten bereits, im Gegenzug könnten.

Sanktionen gegen Russland fallen, mit der Folge einer möglichen Angebotsflut russischen Öls und entsprechend sinkenden Preise.
Am Wochenende beschloss die Opec+-Gruppe, den Ölausstoss ab Januar vorerst nicht weiter zu erhöhen. Im Dezember wird die
Produktion, wie bereits im Vormonat, nochmals um 137 000 Fass pro Tag steigen. Zu Wochenbeginn erhielt der Ölpreis zudem Auftrieb
durch geopolitische Spannungen. Die Ukraine griff Tanker der russischen «Schattenflotte» sowie das Ölexportterminal in Noworossijsk
an, das CPC-Terminal (Caspian Pipeline Consortium) wurde getroffen. Ein russischer Tanker mit Diesel wurde am Sonntag vor der
Küste Senegals beschädigt, die Urheberschaft ist bislang unklar.

Parallel verschärfte sich die Lage in Venezuela. Trump verhängte am Wochenende eine Luftraumsperre über und um das Land,
zahlreiche US-Kriegsschiffe liegen in der Region bereit. Die zunehmend konfrontative Rhetorik deutet auf einen Machtwechsel hin.
Angesichts einer Produktion von rund 950 000 Fass Rohöl pro Tag stützen sowohl die Drohungen gegen Präsident Maduro als auch die
Unsicherheit über seine Nachfolge die Ölpreise. Am Montag und Dienstag bewegten sich die Preise im Wochenvergleich jedoch kaum.
Brent-Öl notierte am Dienstagmittag zu 63.17 $ pro Fass, unverändert zum Vortag.

Die Edelmetalle setzten ihre beeindruckende Rally fort und führen die Rohstoffsektoren 2025 mit grossem Abstand an. Silber ist mit
einem Plus von 102% seit Jahresbeginn der unangefochtene Spitzenreiter. Strafzölle der US-Regierung, physische Umlagerungen von
Metallbeständen über den Atlantik, allgemeine Unsicherheit sowie steigende industrielle Nachfrage trieben die extreme Preisvolatilität.
Im Wochenvergleich verteuerte sich Silber um 16% und erreichte mit 59.435 $ je Unze ein neues Allzeithoch. Bis Dienstagmorgen lag
der Preis wieder knapp 3% tiefer bei 57.62 $. Gold erreichte am Montag vorübergehend ein Sechswochenhoch von 4299.60 $ je
Feinunze und testete beinahe den Rekordstand vom Oktober. Am Dienstag kam der Preis zurück, Gewinnmitnahmen und steigende
US-Zinsen belasteten, während die Anleger auf neue Wirtschaftsdaten warten, um den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank besser
einschätzen zu können.