Ölpreise hoch volatil. Gold & Co. reagieren ungewöhnlich.
Ausgabe Mittwoch, 25. März 2026
Der Nahostkonflikt ist aktuell der zentrale Treiber für alle Rohstoffmärkte. Preisbewegungen folgen primär Schlagzeilen, Drohungen und kurzfristigen Deeskalationssignalen, weniger den klassischen Fundamentaldaten. Die inkonsistente Kommunikation aus den USA verstärkt die Unsicherheit, da widersprüchliche Aussagen und schnelle Richtungswechsel kaum Vorhersagen zulassen und die Volatilität weiter erhöhen.
Der Preis der Nordseesorte Brent liegt am Dienstagmittag über 101 $ pro Fass. Angriffe auf kritische Infrastruktur sowie US- Drohungen zu Angriffen auf iranische Energieinfrastruktur treiben die Volatilität weiter in die Höhe. Zu Wochenbeginn schwankt der Markt um beinahe 20 $ resp. rund 20%. Die physischen Risiken für Versorgung und Produktion spiegeln sich auch im hohen Abschlag von WTI gegenüber Brent, der zeitweise so gross ist wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr.
Bei Gold und Silber zeigt sich ein ungewöhnliches Verhalten. Trotz eskalierender geopolitischer Risiken reagieren die Edelmetalle stärker auf Liquidität und Kapitalflüsse als auf Angst. Zentralbanken und staatliche Käufer, deren Einnahmen durch die Energiekrise unter Druck sind, ziehen sich zurück oder reduzieren ihre Positionen. Silber, wie auch Platin und Palladium, belastet zudem die schwächere Industrienachfrage – die Preise stehen kurzfristig stark unter Druck. Silber verliert im Wochenvergleich über 14% und notiert am Dienstagmittag leicht höher bei 69.92 $ je Unze. Gold verliert 11% und handelt im April-Future bei 4415 $ je Feinunze.
Bei den Genussmitteln verzeichnet Zucker die grössten Wochengewinne. Rohzucker in New York steigt um über 9%, Weisszucker in London um mehr als 8%. Arabica-Kaffee in New York notiert am Dienstag bei 3.13 $ je Pfund, Robusta-Kaffee in London bei 3664 $ je Tonne – sie weiten die Wochengewinne auf über 5% aus.
Im Agrarsektor richten sich die Blicke auf die kommenden Schlüsselereignisse. Der Markt erwartet diese Woche die neue Biofuel-Policy in den USA, gegen Ende des Monats rückt der USDA/WASDE-Bericht in den Fokus. Sojamehl legt im Wochenvergleich um über 4% auf 326 $ je Tonne zu, da höhere Frachtkosten der argentinischen und brasilianischen Konkurrenz mehr Nachfrage nach Amerika lenken. Sojaöl steigt um 2% auf 65 $ je Pfund, während Sojabohnen bei 11.55 $ je Scheffel notieren und durch die Verschiebung des Treffens zwischen Trump und Xi unter Druck stehen. Wichtig: Steigende Düngerpreise – über 30% der globalen Düngerlieferungen passieren die Strasse von Hormus – heizen die Produktionskosten an, was langfristig zu kleineren Anbauflächen führen könnte.
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