Extreme Preisausschläge sowohl bei Öl als auch bei Getreide.

Ausgabe Mittwoch, 20. May 2026

Die Rohstoffmärkte bleiben fest im Griff des Nahostkonflikts, des Treffens zwischen US-Präsident Trump und Chinas Premier Xi sowie der Angebots- und Nachfrageentwicklung. Zu Wochenbeginn wuchs am Ölmarkt erneut die Befürchtung, dass die USA unmittelbar militärisch gegen die Blockade der Strasse von Hormus vorgehen könnten. Trump wollte sich bis Dienstag mit seinen Militärberatern über Optionen austauschen, nachdem laut Medien bereits am Sonntag ein Telefonat mit dem israelischen Premier stattgefunden hatte. Am Montag wurden erneut iranische Drohnenangriffe auf Ziele in Nahost gemeldet.

Brent stieg am Montagabend auf 112.10 $ je Fass. In der Nacht auf Dienstag setzte Trump einen geplanten Angriff jedoch vorerst wieder aus, offenbar auf Bitten Saudi-Arabiens und der Emirate, nachdem Iran via Pakistan einen überarbeiteten Friedensvorschlag übermittelt hatte. Die Ölpreise gaben daraufhin um knapp 2% nach und fielen am Dienstagmorgen auf rund 109 $ je Fass. Die Risiken für die globale Ölversorgung bleiben hoch. Die Internationale Energieagentur (IEA) warnte vor rapide sinkenden kommerziellen Reserven, die nur noch für wenige Wochen reichen könnten. Strategische Bestände wurden bereits massiv freigegeben. Gleichzeitig verlängerte die US-Regierung erneut die Lockerung der Sanktionen auf russische Ölexporte.

Auch die Getreidemärkte zeigten zuletzt extreme Ausschläge. Der USDA-Bericht schockierte mit dem tiefsten US-Weizenertrag seit 1972. Die Preise schossen daraufhin um das maximale Tageslimit von 45 Cents auf 7.29 $ je Bushel und erreichten am Donnerstag mit 7.3575 $ fast ein Zweijahreshoch, bevor sie zum Wochenschluss wieder deutlich nachgaben. Das Treffen zwischen Trump und Xi schien zunächst keinen Durchbruch für ein Agrarabkommen zu bringen, die bereits massiv überkauften Märkte korrigierten entsprechend.

Zum Wochenstart präsentierte die US-Regierung dann überraschend ein Factsheet, wonach China in den kommenden drei Jahren jährlich US-Agrarprodukte im Wert von rund 17 Mrd. $ zusätzlich zum Sojabohnenabkommen kaufen wolle, eine Bestätigung aus China blieb aus. Der Markt reagierte dennoch euphorisch. Gleichzeitig stützen Wetterrisiken. In den US-Plains sind 71% der Winterweizenflächen von Dürre betroffen. Entsprechend zogen die Preise an. US-Weichweizen notierte am Dienstagmittag erneut über 7.20 $ je Bushel. Die US Weizen-Exportpreise liegen inzwischen rund 70 $ je Tonne über europäischem und Schwarzmeer-Weizen. Erste Exporte aus Polen in die USA zeigen, das Arbitragemöglichkeiten, wenn möglich, über die Zeit genutzt werden.