Im Agrarmarkt hat sich etwas nie Dagewesenes eingestellt.
Ausgabe Mittwoch, 13. May 2026
Rohöl der Nordseesorte Brent hat im Wochenvergleich rund 6% nachgegeben und handelt am Dienstag bei 106 $ pro Fass. Im Ölmarkt macht sich zunehmend eine gewisse Ermüdung bemerkbar. Der Markt bleibt zwar strukturell long positioniert, positive oder geopolitisch bullische Nachrichten führen jedoch kaum noch zu vergleichbaren Kursanstiegen. Negative Impulse lösen deutlich stärkere Rücksetzer aus. Dies ist häufig ein Zeichen dafür, dass ein Markt ausgereizt oder zumindest kurzfristig überhitzt ist. Ein weiteres Indiz liefert der Spread zwischen den Frontmonaten, der seit seinem Hoch Anfang April von 8.46 $ auf rund 4 $ gefallen ist. Die zuvor ausgeprägte Backwardation beginnt sich entsprechend deutlich abzuflachen.
Bei den Metallen zeigt sich insbesondere bei Silber eine deutliche Erholung. Die Wochengewinne wurden zeitweise auf über 20% ausgeweitet, ehe ein Teil wieder abgegeben wurde. Am Dienstag handelt Silber bei 84.50 $ pro Unze – ein Wochenplus von rund 15%. Auch Gold kann um rund 4% auf 4700 $ pro Feinunze zulegen, während Platin mit einem Anstieg von rund 7% auf 2090 $ pro Unze ebenfalls Stärke zeigt.
Bei den Genussmitteln zeigt Kakao ein Comeback. London-Kakao steigt im Wochenvergleich um fast 30% auf 3420 pro Tonne, und in New York um über 20% auf rund 4600 $ pro Tonne. Die Bewegung ist vor allem durch Short-Covering getrieben. Gleichzeitig rücken wieder Angebotsrisiken in den Fokus, darunter ein sich abzeichnendes El-Niño-Wetterphänomen, steigende Inputkosten sowie schwache Ernteaussichten in Westafrika.
Im Agrarbereich wurde Mitte vergangener Woche ein Novum erreicht: Die aggregierte Netto-Long-Position der Fund Manager in Mais, Weizen, Sojabohnen, Sojaöl und Sojaschrot hat ein neues Allzeithoch markiert. Weizen bleibt dabei vor allem wettergetrieben. Insbesondere die anhaltende Trockenheit in wichtigen Anbauregionen führt zu sinkenden Ertragserwartungen. Chicago-Weizen steht am Dienstag bei 6.35 $ pro Scheffel und hat seit Jahresbeginn um 25% zugelegt. Sojabohnen notieren bei 12 $ pro Scheffel, Sojaöl bei 75 US-Cent pro Pfund. Bei Letzterem hat die Long-Position der Fund Manager ein neues Höchst erreicht. Am Dienstagabend steht der USDA-Bericht an, der vor dem Hintergrund der aktuellen Wetterbedingungen sowie steigender Inputkosten genau verfolgt wird.
Zusätzliche Aufmerksamkeit richtet sich auf den China-Besuch des US-Präsindenten Trump ab Mitte dieser Woche, der potenziell neue Impulse liefern könnte, insbesondere in Form möglicher chinesischer Käufe von US-Sojabohnen sowie teilweise auch Mais.
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