Das Angebot an Öl wird steigen. Edelmetalle unter Druck.

Ausgabe Mittwoch, 24. Juni 2026

Die Ölmärkte verloren innerhalb einer Woche fast 17%. Fortschritte in den US-iranischen Gesprächen sowie die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding dämpften die Sorgen über Versorgungsrisiken. Europäisches Rohöl der Sorte Brent fiel vergangene Woche erstmals seit Anfang März wieder unter 77 $ pro Fass. Wegen Unsicherheiten rund um das Bürgenstock-Treffen und zwischenzeitlicher iranischer Drohungen, die Strasse von Hormus zu blockieren, stieg der Preis kurzzeitig zwar wieder auf 82.30 $. Doch bereits zu Wochenbeginn setzte sich der Abwärtstrend fort. Brent notierte am Dienstag bei rund 77.50 $, US-WTI bei 73.50 $ pro Fass und damit auf einem Dreieinhalbmonatstief.

Europäisches Heizöl notierte bei 865 $ je Tonne, ein Dreimonatstief. Druck auf die Preise übte auch die Bekanntgabe des US-Finanzministers Bessent aus, die Iran-Ölsanktionen bis zum 21. August auszusetzen. Dadurch kann Teheran wieder Öl auf dem Weltmarkt verkaufen. Gleichzeitig nahm der Tankerverkehr durch die Strasse von Hormus deutlich zu. Analysten erwarten, dass zusätzliche iranische Exporte das Angebot kurzfristig erhöhen.

Während der Ölpreis nachgab, erreichte der Dollar zu Wochenbeginn infolge von Spekulationen über Zinserhöhungen ein Einjahreshoch. Gold verlor dadurch deutlich an Wert und notierte am Dienstagmittag bei 4150 $ je Feinunze. Marktteilnehmer rechnen mit ein bis zwei Zinserhöhungen dieses Jahr durch das Fed. Auch Silber, Platin und Palladium gerieten unter Druck. Die Märkte warten nun auf Inflationsdaten als Hinweise für den weiteren geldpolitischen Kurs.

Die anhaltende Hitzewelle in Europa treibt die Preise für Weizen und Mais an der europäischen Terminbörse Euronext-Matif klar nach oben. Mahlweizen stieg um rund 3% auf mehr als 208 € pro Tonne, Mais erreichte mit 220.50 € pro Tonne ein Rekordhoch. Händler warnen vor Ernteschäden mehrheitlich bei Mais, aber auch bei Weizen in Europa. Gleichzeitig senkte der EU-Ernteüberwachungsdienst MARS seine Prognose für Weichweizen leicht.

An der US-Terminbörse in Chicago gaben Weizen und Mais nach. Belastend wirkten der starke Dollar, der tiefere Ölpreis sowie gute Ernteaussichten in den USA und der Schwarzmeerregion. Kakao erreichte ein Sechswochenhoch. London-Kakao verteuerte sich um über 5% auf 3475 je Tonne, New-York-Kakao um mehr als 9% auf 4621 $ je Tonne. Bauern berichten von Überschwemmungsrisiken, hoher Luftfeuchtigkeit und Krankheitsdruck. Gleichzeitig liegen die Kakaolieferungen der Elfenbeinküste seit Saisonbeginn 18% über dem Vorjahresniveau.