Die Rohstoffpreise zeugen von Optimismus im Irankonflikt.
Ausgabe Mittwoch, 15. April 2026
Alle Rohstoffmärkte bleiben unter dem Einfluss des Irankonflikts, wobei der Ölsektor besonders betroffen ist. Trotz des Verhandlungsabbruchs vom Wochenende zeugen die Kurse von Zuversicht, dass neue Eskalationen ausbleiben. Meldungen, dass bereits diese Woche die Kriegsparteien in Islamabad wieder verhandeln, verhindern vorerst weitere Preisanstiege.
Futures auf Rohöl der Nordseesorte Brent verlieren im Wochenvergleich knapp 10% und sind damit auf das Preisniveau von Mitte März zurückgefallen. US-Rohöl der Sorte WTI büsste innerhalb einer Woche gar 12% an Wert ein und notiert im frühen Dienstagsgeschäft für den Maitermin bei rund 96 $ pro Fass. Etwas weniger deutlich fällt der Preisrückgang bei europäischem Heizöl und Diesel aus; die Gasöl-Futures verbilligen sich um 5,7%. Die von den USA angekündigte Blockade von Frachtern zu und von iranischen Häfen wird von iranischer Seite scharf kritisiert, es wurde mit Vergeltung durch jemenitische Huthi-Rebellen gegen die Schifffahrt im Roten Meer gedroht.
Angesichts der Risiken durch einen anhaltenden Konflikt in der Golfregion für die Weltwirtschaft, sind viele Marktteilnehmer überrascht vom Optimismus, der sich in den Wertschriften- und Rohstoffpreisen zeigt. Die Aktienindizes Eurostoxx 50 oder der S&P 500 liegen fast auf dem Niveau von vor Kriegsausbruch. Auch wenn für Rohöl der Futuresmarkt als Preisbasis dient, ist der physische Markt deutlich angespannter. So sind für prompte physische Lieferungen bei «Dated Brent» enorme Prämien von 40 bis 45 $ pro Fass fällig.
Die Industrie- und Edelmetalle weisen für die Berichtswoche eine deutliche Kurserholung auf. Angeführt von New Yorker Kupferfutures mit einem Wochenplus von knapp 7% überwiegen im gesamten Basismetallsektor positive Vorzeichen. Bei den Edelmetallen stechen Platin und Palladium mit Wochenavancen von 5 bzw. 6% hervor, die Gewinne bei Gold und Silber fallen moderater aus.
Unter den Genussmitteln fällt der fallende Zuckerpreis auf. Wegen der Verarbeitung zu Biokraftstoff folgt Zucker oft dem Trend am Ölmarkt; so verbilligen sich in New York gehandelte Rohzuckerfutures im Wochenvergleich um 8,5%, Londoner Weisszucker verliert 5,6%. Die Getreidemärkte sind aktuell vor allem schlagzeilengetrieben. Wetterrisiken für US-Winterweizen und Verzögerungen bei der Aussaat von US-Mais stützen die Preise, während sich für Soja die saisonal ungewöhnlich gute Nachfrage nach US-Sojamehl zeigt. An der Pariser Terminbörse MATIF hält der Verkaufsdruck bei europäischem Mahlweizen an: Mit Preisen von weniger als 195 € pro Tonne notiert der Maitermin auf einem Zweimonatstief.
Leave A Comment