Hohe Quartalsverluste bei Öl und Edelmetallen.
Ausgabe Mittwoch, 1. Juli 2026
Die Rohstoffmärkte standen zuletzt im Zeichen der Geopolitik sowie extremer Wetterbedingungen in Europa. Während sich die Lage in der Strasse von Hormus rasch zu entspannen scheint, belasten Inflationsdaten und steigende Zinserwartungen die Edelmetalle. Gleichzeitig rücken die europäischen Getreidemärkte wegen der Rekordhitze in den Fokus.
Am Ölmarkt steuern die Preise auf den stärksten Quartalsverlust seit Beginn der Pandemie 2020 zu. Brent und WTI notieren wieder nahe ihrer Vorkriegsniveaus und haben im Monatsvergleich rund 20% verloren. Zwar sorgen die Gespräche zwischen den USA und dem Iran weiterhin für Unsicherheit, doch die Ölexporte aus dem Nahen Osten ziehen deutlich an. Kurzfristig trifft ein steigendes Angebot auf eine verhaltene Nachfrage, was zeitweise ein Überangebot erzeugen könnte. Geopolitische Risiken und mögliche Störungen im Schiffsverkehr bleiben ein zentraler Unsicherheitsfaktor. Brent lag am Dienstagmittag bei 74 $ pro Fass, WTI bei rund 71 $.
Auch die Edelmetalle gerieten unter Druck. Gold verzeichnet den grössten Quartalsverlust seit 2013 und notiert nur noch knapp bei 4000 $ pro Feinunze. Hohe Inflationserwartungen, ein starker Dollar und die Aussicht auf Fed-Zinserhöhungen belasten. Steigende Zinsen erhöhen die Attraktivität verzinslicher Anlagen und dämpfen die Nachfrage nach zinslosen Edelmetallen. Marktakteure blicken gespannt auf die US-Arbeitsmarktdaten am Donnerstag, die Hinweise auf den geldpolitischen Kurs des Fed liefern könnten. Neben Gold verzeichnen auch Silber, Platin und Palladium deutliche Monats- und Quartalsverluste.
An den Agrarmärkten dominieren Wetterextreme. Europa leidet unter einer aussergewöhnlichen Hitzewelle und anhaltender Trockenheit. Die französische Maisernte könnte um rund 30% auf den niedrigsten Stand seit 26 Jahren sinken. Entsprechend erreichten die Maispreise an der Euronext Matif neue Höchststände von 237.50 € pro Tonne. Der Weizenmarkt zeigt sich trotz zwischenzeitlicher Aufwärtsbewegungen stabil bei etwa 202 € pro Tonne, da Rekordernten im Schwarzmeerraum die wetterbedingten Einbussen in Frankreich teils kompensieren.
Auch bei den Ölsaaten bleiben die Wetterbedingungen entscheidend. Während die Rapsernte etwas besser ausfallen könnte, verschlechtern Trockenheit und Hitze die Aussichten für Sonnenblumen und Sojabohnen. Insgesamt bleiben die Agrarmärkte stark von der weiteren Wetterentwicklung abhängig. Händler warten gespannt auf den USDA-Quartalsbericht am Dienstag nach Redaktionsschluss, der in der Vergangenheit häufig für Überraschungen gesorgt hat.
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