Kaffee und Kakao avancieren kräftig.

Ausgabe Mittwoch, 8. Juli 2026

Am Energiemarkt hat sich die Lage in den vergangenen Wochen deutlich beruhigt. Nach dem starken Anstieg der Preise für Rohöl im ersten Halbjahr, ausgelöst durch die Spannungen zwischen den USA und dem Iran, hat sich das Bild gewandelt. Der Konflikt hat sich entspannt, Tanker verkehren wieder durch die Strasse von Hormus, und die Opec+ (Organisation erdölexportierender Länder und Verbündete) fördert mehr. Dadurch ist die zuvor eingepreiste Risikoprämie deutlich gesunken.

Brent-Öl hatte Ende April mit 126.41 $ pro Barrel den höchsten Stand der vergangenen Monate erreicht. Am Dienstagmittag lag der Preis um 72.86 $, das entspricht einem Rückgang von 42,4%. Während geopolitische Faktoren an Bedeutung verloren haben, rücken fundamentale Marktparameter in den Fokus. Auf der Nachfrageseite sorgen insbesondere die schwächeren chinesischen Rohölimporte für Zurückhaltung und heizen Diskussionen um ein mögliches Überangebot an.

Gleichzeitig nimmt das Angebot zu. Die Vereinigten Arabischen Emirate steigerten ihre Förderung im Juni auf über 3.8 Mio. Barrel pro Tag, den höchsten Wert seit April 2020. Zudem einigte sich die Opec+ darauf, die Produktionsziele ab August nochmals um 188 000 Barrel pro Tag anzuheben.

Bei den Edelmetallen lösten sich Gold und Silber aus dem Abwärtstrend. Gold legte im Wochenvergleich um 3% auf 4140 $ pro Feinunze zu. Silber legte mit knapp 5% auf 61.39 $ pro Unze noch stärker zu. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich daraus eine nachhaltige Trendwende entwickelt oder ob es sich lediglich um eine technische Erholung im Abwärtstrend handelt.

Bei den Agrarrohstoffen waren die stärksten Kursgewinne im Segment Genussmittel zu beobachten. New Yorker Arabica-Kaffee stieg am Montag mehr als 16% und notiert am Dienstag bei 3.43 $ pro Pfund. Damit erreicht der Markt das höchste Niveau seit rund fünf Monaten. Auf Wochenbasis beträgt der Anstieg rund 25%. Treiber der Rally sind vor allem Sorgen auf der Angebotsseite: Wetterrisiken in wichtigen Anbauregionen wie Vietnam und Brasilien könnten den Ernteertrag belasten.

Auch Kakao profitierte von der positiven Stimmung im Genussmittelsektor. In New Yorker stieg der Preis im Wochenvergleich um mehr als 13%, er handelt bei rund 5 745 $ pro Tonne.

Wetterbedingungen beeinflussen die Agrarrohstoffe weiterhin stark. In Europa sind überdurchschnittlich hohe Temperaturen zurückgekehrt. Dabei ist vielerorts nur wenig Regen zu erwarten. Das belastet die Ernteaussichten bei Getreide: Am Dienstag notiert Mahlweizen in Paris bei 203.50 € pro Tonne.